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<title>Bundesfeldherr</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Bundesfeldherr</span></h1>
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<p><b>Bundesfeldherr</b> ist zunächst nur die Bezeichnung für den <a href="Oberbefehlshaber" title="Oberbefehlshaber">Oberbefehlshaber</a> einer Armee. In der deutschen <a href="Verfassungsgeschichte" title="Verfassungsgeschichte">Verfassungsgeschichte</a> wurde ein solcher in der <a href="Bundeskriegsverfassung" title="Bundeskriegsverfassung">Bundeskriegsverfassung</a> des <a href="Deutscher_Bund" title="Deutscher Bund">Deutschen Bundes</a> (1821/1822) eingerichtet, wenn auch mit dem Titel „Oberfeldherr“. Dieser Oberbefehlshaber, meist als Bundesfeldherr bezeichnet, wurde für jeden <a href="Krieg" title="Krieg">Kriegsfall</a> gesondert ernannt.
</p><p>Die <a href="Verfassung_des_Norddeutschen_Bundes" title="Verfassung des Norddeutschen Bundes">Verfassung des Norddeutschen Bundes</a> von 1867 und die <a href="Verfassung_des_Deutschen_Bundes" title="Verfassung des Deutschen Bundes">Bundesverfassung</a> vom 1. Januar 1871 erwähnen einen „Bundesfeldherrn“. Dort ist das Amt allerdings nur eine Aufgabe des preußischen Königs bzw. des <a href="Deutscher_Kaiser" title="Deutscher Kaiser">Deutschen Kaisers</a>. Die <a href="Bismarcksche_Reichsverfassung" title="Bismarcksche Reichsverfassung">Reichsverfassung vom 16. April 1871</a>, die für den Rest der Zeit des <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Kaiserreiches</a> galt, verzichtet auf den Ausdruck allgemein und ersetzt ihn durch „Kaiser“.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Deutscher_Bund_1815–1866"><span id="Deutscher_Bund_1815.E2.80.931866"></span>Deutscher Bund 1815–1866</h2></div>
<p>Bei Gründung des Deutschen Bundes war es <a href="K%C3%B6nigreich_Preu%C3%9Fen" title="Königreich Preußen">Preußen</a>, das einen Bundesfeldherrn als ständiges Amt in der Bundesverfassung sehen wollte. Da es selbst nicht die Führung in einem deutschen Föderalstaat ergreifen konnte, sollte Österreich zwar die Kaiserkrone erhalten, der preußische König aber Bundesfeldherr sein. Österreich lehnte eine solche Trennung von politischer Spitze und militärischem Oberbefehl jedoch ab.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Deutsche Bund gab sich erst 1821/1822 eine Bundeskriegsverfassung. Das <a href="Bundesheer_(Deutscher_Bund)" title="Bundesheer (Deutscher Bund)">Bundesheer</a> bestand aus Kontingenten der Einzelstaaten. Der Bundestag bildete einen Militärausschuss, der die Militärangelegenheiten leitete.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Oberbefehl hatte keine einzelne, ständig für diesen Zweck bestellte Person. Stattdessen wurde der Oberfeldherr immer nur dann ernannt, wenn der Kriegsfall eintrat. Wer „Oberfeldherr“ wurde, das bestimmte der <a href="Bundestag_(Deutscher_Bund)" title="Bundestag (Deutscher Bund)">Bundestag</a> mit Mehrheit der Stimmen. Damit war deutlich, so Michael Kotulla, dass der Bund, der Bundestag, die in ihm vertretenen Einzelstaaten, die vorherrschende Rolle behielt. Der Oberfeldherr hatte somit die Stellung „eines kommandierenden Generals gegenüber seinem Souverän“.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut Ernst Rudolf Huber ging es den Einzelstaaten im Deutschen Bund darum, dass ihre militärische Souveränität so weit wie möglich geschont wurde. Dies und das Fehlen eines ständigen Bundesfeldherrn führte aber dazu, dass kein einsatzfähiges Bundesheer aufgestellt werden konnte.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Verfassungsordnungen und Plänen der Revolutionszeit 1848–1850 kommt ein Bundesfeldherr nicht vor. Es wäre bedenklich gewesen, neben ein <a href="Reichsoberhaupt_1848%E2%80%931850" title="Reichsoberhaupt 1848–1850">Reichsoberhaupt</a> noch einen gesonderten Oberbefehlshaber zu stellen. Österreich und die <a href="Drittes_Deutschland" title="Drittes Deutschland">Mittelstaaten</a> waren allerdings allgemein nicht bereit, ihre Militärgewalt <a href="Mediatisierung" title="Mediatisierung">mediatisieren</a> zu lassen, also ihre Truppen einem dauernden Oberbefehlshaber zu unterstellen. Auch Preußen verweigerte sich einer Vereinheitlichung, sofern es nicht den Bundesfeldherrn stellte.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufgaben_und_Grenzen">Aufgaben und Grenzen</h3></div>
<p>Der Oberfeldherr des Deutschen Bundes wurde vom Bundestag vereidigt und in die Pflicht genommen und erhielt vom Bundestag seine Befehle. Der Bundestag konnte den Oberfeldherrn auch vor ein Kriegsgericht bringen. Dem Oberfeldherrn gab der Bundestag einen Stellvertreter zur Seite, den Generalleutnant des Bundes. Die Verbindung zwischen Bundestag und Oberfeldherr hielt ein dafür jeweils eingesetzter Ausschuss. Der Ausschuss, als Kriegsrat der Bundestagsmitglieder, hätte im Kriegsfall ernste Reibungen mit dem Oberfeldherr ausgelöst, mutmaßt Huber.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der Oberfeldherr hatte ein Bundes-Hauptquartier einzurichten und einen Generalstab zu bilden. Er durfte zwar die militärischen Operationen selbst planen, musste aber nach Beginn der Durchführung seine Pläne dem Bundestag mitteilen. Im Ernstfall hatte der Oberfeldherr zwar die Kommandogewalt über die Bundestruppen, doch die Korpskommandanten der Truppenteile aus den einzelnen Ländern bestimmte das Staatsoberhaupt des Einzelstaats.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Über ein Ende der Feindseligkeiten konnte der Oberfeldherr selbstständig Abmachungen treffen. Ein formeller Waffenstillstand bedurfte allerdings der Zustimmung des Bundestags. Wenn das Bundesheer wieder demobilisiert wurde, endete auch das Amt des Oberfeldherren.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anwendungsfälle_und_Diskussionen"><span id="Anwendungsf.C3.A4lle_und_Diskussionen"></span>Anwendungsfälle und Diskussionen</h3></div>

<p>Im Frühjahr 1848 bildete sich eine nationaldeutsche <a href="Provisorische_Regierung_(Schleswig-Holstein)" title="Provisorische Regierung (Schleswig-Holstein)">Provisorische Regierung</a> in Schleswig und Holstein. Der Deutsche Bund bzw. das <a href="Deutsches_Reich_1848/1849" title="Deutsches Reich 1848/1849">Deutsche Reich der Revolutionszeit</a> führte einen <a href="Bundeskrieg" title="Bundeskrieg">Bundeskrieg</a> gegen Dänemark, wie auch mehrere Einzelstaaten einschließlich Preußens. Bundesfeldherr wurde der preußische General <a href="Friedrich_von_Wrangel" title="Friedrich von Wrangel">Friedrich von Wrangel</a>. Die <a href="Frankfurter_Nationalversammlung" title="Frankfurter Nationalversammlung">Frankfurter Nationalversammlung</a>, das gesamtdeutsche Parlament, schätzte die Erhebung in Schleswig-Holstein als nationale Angelegenheit ein und sah die letztendliche Entscheidungsgewalt bei sich.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Jahren nach 1850, als Preußen mit Österreich zusammenarbeiten musste, wurde mehrmals über die Ernennung eines Bundesfeldherrn gesprochen. So wollte Österreich im Vorfeld des <a href="Krimkrieg" title="Krimkrieg">Krimkrieges</a> das Bundesheer mobilisieren und einen Bundesfeldherrn ernannt sehen. Der preußische Bundestagsabgeordnete Bismarck aber bewirkte eine Mehrheit im Bundestag gegen die Mobilisierung.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 1859 kam es zum Italienischen oder <a href="Sardinischer_Krieg" title="Sardinischer Krieg">Sardinischen Krieg</a>. Sardinien-Piemont befand sich, mit französischer Unterstützung, im Krieg gegen Österreich, mit dem Ziel, Norditalien von österreichischer Herrschaft zu befreien. Daher verlangte Österreich abermals die Mobilisierung des Bundesheers und die Ernennung eines Bundesfeldherren. Der Krieg in den norditalienischen Gebieten Österreichs sei auch eine Bedrohung für das Bundesgebiet. Preußen verweigerte sich dem: Es wollte eine Niederlage Österreichs abwarten und dann erst mit der Bundesarmee und einem preußischen Bundesfeldherrn die Lage für Österreich retten. Das führte kurzfristig zwar zu großem Unmut in der deutschen Bevölkerung über Preußen, sollte aber eine Augenhöhe Preußens mit Österreich herstellen.
</p><p>Schließlich wollte Österreich Preußen den Oberbefehl für das gesamte Bundesheer zugestehen. Bundesfeldherr wäre <a href="Wilhelm_I._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm I. (Deutsches Reich)">Wilhelm</a> geworden, der preußische Prinzregent (und spätere Deutsche Kaiser), der damals für seinen erkrankten Bruder regierte. Doch dadurch wäre der preußische Oberbefehl unter den Bundestag gestellt worden. Preußen verlangte eine Zweiteilung des Oberbefehls: Die norddeutschen Bundestruppen seien Preußen zu unterstellen, und zwar ohne weitere Bundesweisungen und Bedingungen. Österreich solle den Oberbefehl über die süddeutschen Bundestruppen erhalten.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine solche Spaltung des Oberbefehls hätte aber nach österreichischer Ansicht zu einer Spaltung des Bundes führen können. Die Entscheidung darüber wurde dem Bundestag abgenommen: Österreich und Frankreich schlossen plötzlich einen Waffenstillstand. Österreich kam aus dem Krieg mit einem gewaltigen militärischen Ansehensverlust, Preußen aber mit einem politischen, weil es mit seinen Verzögerungen die deutsche Sache verraten habe.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach dem Krieg setzten wieder Verhandlungen zu einer <a href="Reform_des_Deutschen_Bundes" title="Reform des Deutschen Bundes">Bundesreform</a> ein. Preußen schlug am 4. Januar 1860 vor, das Bundesheer zu teilen. Im Kriegsfall sollten die norddeutschen Truppen der preußischen, die süddeutschen der österreichischen Armee zugeordnet werden. Damit wäre das Amt eines Bundesfeldherrn überflüssig geworden. Die übrigen Staaten lehnten eine solche Teilung allerdings ab.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im <a href="Preu%C3%9Fischer_Bundesreformplan_1866" title="Preußischer Bundesreformplan 1866">Bundesreformplan von 1866</a> schlug Preußen vor, in einem kleindeutschen Bundesstaat zwei Bundesoberfeldherren einzuführen: den preußischen König im Norden und den bayerischen im Süden.
</p><p><a href="Bundesbeschluss_vom_14._Juni_1866" title="Bundesbeschluss vom 14. Juni 1866">Am 14. Juni 1866 beschloss</a> der Bundestag, dass das Bundesheer gegen das abtrünnige Preußen und dessen Verbündete zu mobilisieren war. Die Wahl eines Bundesfeldherrn wurde aber noch aufgeschoben, trotz eines österreichischen Antrags dazu.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schließlich ernannte der Bundestag Prinz <a href="Karl_von_Bayern" title="Karl von Bayern">Karl von Bayern</a> zum Bundesfeldherrn für einige Bundeskorps. Die österreichischen Kontingente aber, einschließlich des sächsischen, wurden dem <a href="Habsburgermonarchie" title="Habsburgermonarchie">österreichischen</a> <a href="Feldzeugmeister" title="Feldzeugmeister">Feldzeugmeister</a> <a href="Ludwig_von_Benedek" title="Ludwig von Benedek">Ludwig von Benedek</a> unterstellt. Beispielsweise die hannoverschen Truppen kamen nicht mehr unter Karls Oberbefehl, weil sie schon am 29. Juni kapitulierten.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Unvermögen, rasch einen Bundesfeldherrn einzusetzen und ihm das gesamte Bundesheer für eine einheitliche Kriegsführung zu unterstellen, zeigten sich zum Schluss noch einmal die grundsätzliche Schwäche der Bundeskriegsverfassung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Norddeutscher_Bund_und_Deutscher_Bund_(Reich)"><span id="Norddeutscher_Bund_und_Deutscher_Bund_.28Reich.29"></span>Norddeutscher Bund und Deutscher Bund (Reich)</h2></div>

<p>Nach dem Sieg über Österreich im Juli 1866 gründeten die norddeutschen Staaten den Norddeutschen Bund. Der preußische Ministerpräsident <a href="Otto_von_Bismarck" title="Otto von Bismarck">Otto von Bismarck</a> wollte, dass dieser Bundesstaat der Form nach mehr wie ein <a href="Staatenbund" title="Staatenbund">Staatenbund</a> aussah.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der preußische König wurde daher in der Norddeutschen Bundesverfassung vom 1. Juli 1867 nicht zum Kaiser, sondern hatte das „<a href="Bundespr%C3%A4sidium" title="Bundespräsidium">Präsidium des Bundes</a>“ inne.
</p><p>Außerdem wurde der König nicht einfach <a href="Oberbefehlshaber" title="Oberbefehlshaber">Oberbefehlshaber</a> der Streitkräfte genannt. Stattdessen erscheint in der Verfassung ein Bundesfeldherr, der für die Kriegstüchtigkeit des Bundesheer verantwortlich war. Art. 63 Abs. 1 machte deutlich, wer dieser Bundesfeldherr war:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Die gesammte Landmacht des Bundes wird ein einheitliches Heer bilden, welches in Krieg und Frieden unter dem Befehle Seiner Majestät des Königs von Preußen als Bundesfeldherrn steht.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Der Sinn darin, einen Bundesfeldherr einzuführen, lag zunächst darin, die starke Stellung des Bundespräsidiums etwas zu verschleiern. Die formelle Trennung bedeutete aber noch etwas anderes: Die Handlungen des Bundespräsidiums bedurften der <a href="Gegenzeichnung" title="Gegenzeichnung">Gegenzeichnung</a> des Bundeskanzlers (Art. 17 NBV), nicht aber die Kommandoakte des Bundesfeldherrn laut Art. 63. Diese Trennung führte eine preußische Tradition fort. Sie erschwerte aber die parlamentarische Kontrolle.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zudem wurden die nichtpreußischen Staaten auf diese Weise in militärischer Hinsicht mediatisiert: Ihre Heere wurden dem preußischen König unterstellt. In den übrigen Angelegenheiten hingegen wurde auch Preußen den neuen Bundesorganen unterstellt.
</p><p>Die Formulierung „der König von Preußen als Bundesfeldherr“ wurde bereits am 7. Februar 1867 in der Militärkonvention zwischen Preußen und Sachsen verwendet. Grundlage dafür war der schon vorliegende Verfassungsentwurf.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den <a href="Schutz-_und_Trutzb%C3%BCndnisse_1866" title="Schutz- und Trutzbündnisse 1866">Schutz- und Trutzbündnissen des Jahres 1866</a> mit den süddeutschen Staaten taucht die Bezeichnung „Oberbefehl“ auf: Im Kriegsfall gehe der Oberbefehl vom badischen, bayerischen bzw. württembergischen Fürsten auf den König von Preußen über.
</p><p>In der <a href="Verfassung_des_Deutschen_Bundes" title="Verfassung des Deutschen Bundes">Verfassung des Deutschen Bundes</a> vom 1. Januar 1871 wurde das Konstrukt mit dem Bundesfeldherrn beibehalten, obwohl darin der König von Preußen bereits den Kaisertitel erhielt. Erst aus der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 ist der Bundesfeldherr getilgt. Seitdem lautete Art.&nbsp;63 Abs.&nbsp;1:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Die gesammte Landmacht des Reichs wird ein einheitliches Heer bilden, welches in Krieg und Frieden unter dem Befehl des Kaisers steht.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Auch an anderen Stellen wurde der Bundesfeldherr durch den Kaiser ersetzt. Damit war die Trennung von Bundespräsidium und Bundesfeldherrn formell aufgehoben. Dennoch blieb dem Kaiser der verantwortungsfreie Kommandobereich. Im Zweifel, ob eine Anordnung der (gegenzeichnungspflichtigen) Militärverwaltung oder dem Kommandobereich zuzurechnen war, ging man vom letzteren aus.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Reichsarmee" title="Reichsarmee">Reichsarmee</a> des Heiligen Römischen Reiches</li>
<li><a href="Bundeskriegsverfassung" title="Bundeskriegsverfassung">Bundeskriegsverfassung</a> des Deutschen Bundes</li>
<li><a href="Deutscher_Kaiser" title="Deutscher Kaiser">Deutscher Kaiser</a> des Deutschen Kaiserreichs</li>
<li><a href="Oberbefehlshaber" title="Oberbefehlshaber">Oberbefehlshaber</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Belege">Belege</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789</i>. Band I: <i>Reform und Restauration 1789 bis 1830</i>. 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart [u.&nbsp;a.] 1967, S. 485.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Kotulla: <i>Deutsches Verfassungsrecht 1806–1918. Eine Dokumentensammlung nebst Einführungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden</i>, Berlin: Springer, 2006, S. 113.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Kotulla: <i>Deutsches Verfassungsrecht 1806–1918. Eine Dokumentensammlung nebst Einführungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden</i>, Berlin: Springer, 2006, S. 117.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789</i>. Band I: <i>Reform und Restauration 1789 bis 1830</i>. 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1967, S. 612/613.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band II: Der Kampf um Einheit und Freiheit 1830 bis 1850</i>. 3. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 648.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789</i>. Band I: <i>Reform und Restauration 1789 bis 1830</i>. 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart [u. a.] 1967, S. 612/613.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789</i>. Band I: <i>Reform und Restauration 1789 bis 1830</i>. 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1967, S. 613.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789</i>. Band I: <i>Reform und Restauration 1789 bis 1830</i>. 2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1967, S. 612.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band II: Der Kampf um Einheit und Freiheit 1830 bis 1850</i>. 3. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 672/673.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 245.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 262/263.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 263/264.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 400.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 541.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich.</i> 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 559/560.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Kotulla: <i>Deutsches Verfassungsrecht 1806–1918. Eine Dokumentensammlung nebst Einführungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden</i>, Berlin: Springer, 2006, S. 196.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich</i>. 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 1003.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Kotulla: <i>Deutsches Verfassungsrecht 1806–1918. Eine Dokumentensammlung nebst Einführungen. 1. Band: Gesamtdeutschland, Anhaltische Staaten und Baden</i>, Berlin: Springer, 2006, S. 1155–1159.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Ernst Rudolf Huber: <i>Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band III: Bismarck und das Reich</i>. 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart 1988, S. 1002–1004.</span>
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